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Kleidungsmarkt in Indien

 

Projektinformation
Wir kaufen ein – weltweit!

Containerschiff

Müll in Indien

Privater Konsum und Strukturen der Weltwirtschaft sind heute eng miteinander verknüpft, unser Konsum ist in die Strukturen der globalisierten Weltwirtschaft eingewoben. Artikel und Dienstleistungen, die Menschen in Deutschland kaufen, basieren auf kreativen Ideen, brauchen natürliche Ressourcen und bedürfen menschlicher Arbeitskraft – aus aller Welt. Unser Konsumverhalten betrifft massiv andere Menschen in oft fernen Ländern, das bedeutet aber auch, dass wir alle gerade durch unser aller Konsum auch handeln und Zustände beeinflussen können.

 

Das globalisierte Wirtschaftssystem erhöht zwar einerseits die Möglichkeiten zur Teilhabe von immer mehr Menschen an wachsendem Wohlstand, führt aber gleichzeitig wegen ungerechter Strukturen und ungleicher Kräfte im Gefüge der Weltwirtschaft zu immer mehr Ungerechtigkeiten, letztlich auch zu wachsender Ausbeutung, Unterdrückung und Armut sowie zu einer immens zunehmenden Zerstörung unserer natürlichen und begrenzten Lebensgrundlagen.

 

Dabei geht es um die grundlegende Ausrichtung, die Veränderungen haben sollten. Aus den weltweiten Interdependenzen entstehen letztlich ethische Fragen: Wie soll Wirtschaft organisiert sein, dass sie Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen, nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen, Qualität und auch Kosten in ein ethisch vertretbares Gesamtgefüge bringt.

Die neue Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Svenja Schulze
im Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 1. Februar 2022

 

SZ: Die Entwicklungsländer liefern Rohstoffe, aber von der Wertschöpfung profitieren nur die Industrieländer.

Schulze: deshalb ist es wichtig, jetzt international voranzukommen. Die Diskussion um das Lieferkettengesetz zum Beispiel hat gezeigt, dass es möglich ist, für die gesamte Wertschöpfungskette Verantwortung zu übernehmen….

 

SZ: Mit wirtschaftlicher Hilfe gleich auch einen Wertekanon mitzuliefern, könnte man auch kritisch sehen.

Schulze: Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sind ein Wertekanon, den die internationale Staatengemeinschaft gemeinsam beschlossen hat. Ist doch klar, dass wir unsere Entwicklungspolitik auch mit diesen Werten verbinden. Wertegeleitet zu sein, hat nichts Kolonialistisches, ich höre den Gedanken aus Ihrer Frage. Aber wenn wir eine Lücke lassen, werden andere Länder, andere Systeme diese Lücke füllen. Vielleicht sind es die Amerikaner, okay, aber vielleicht kommt auch China oder Russland. Das wäre in einigen Bereichen nicht in unserem Interesse. Deshalb ist es richtig zu sagen: Wir helfen gern, aber wir stehen auch für Grundwerte.

 

SZ: jenseits der großen Politik: kann eigentlich auch jede und jeder Einzelne etwas beitragen, um Entwicklungsländer zu unterstützen? Oder ist die Idee vom bewussten Konsum sinnlos?

Schulze: Die ist überhaupt nicht sinnlos. In der Klimapolitik habe ich immer gesagt, jede Tonne CO2 zählt. So ist das in der Entwicklungspolitik natürlich auch. Wenn Menschen sich engagieren, Organisationen unterstützen, dann freue ich mich. Und natürlich kann man auf Lieferketten achten, die Labels dafür gibt es… Was wir in der Politik organisieren müssen, sind die Rahmenbedingungen für vernünftiges Handeln – durch transparente Lieferketten zum Beispiel.

 

© Süddeutsche Zeitung GmbH, München. Mit freundlicher Genehmigung von Süddeutsche Zeitung Content.
Hier finden Sie die Online-Version dieses Artikels.

Wir leben in einer Konsumgesellschaft. Der Kauf, Gebrauch und Verbrauch und die Beseitigung von Gegenständen aller Art nehmen einen immer größeren Umfang ein und finden in einem immer mehr zunehmenden Tempo statt.

Die Ethik, die im Zentrum unseres Projektes stehen soll, gründet auf dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, den Übereinkünften der Vereinten Nationen wie den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals), also den politischen Zielsetzungen der Vereinten Nationen (UN), welche weltweit der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen sollen.

 

In unserem Projekt geht es im Besonderen darum, für weltwirtschaftliche Zusammenhänge z.B. anhand des Themas Lieferketten bei Konsument*innen ein Bewusstsein zu wecken für persönliche und politische Verantwortung hinsichtlich internationaler Politik der Wirtschafts- und Entwicklungszusammenarbeit. Diese Verantwortlichkeit schlägt sich nieder im persönlichen Konsum und mündet deshalb auch in einer Beschäftigung mit den Möglichkeiten des Fairen Handels. Mit der Thematisierung der Liefer- und Wertschöpfungsketten wird auch die Verantwortung der Wirtschaft deutlich.

 

Mit dem Projekt wollen wir eine breite, allgemeine Öffentlichkeit erreichen. Mit niederschwelligen Angeboten mit dem Medium Film im Mittelpunkt sollen auch eher politikferne Menschen angesprochen werden mit dem Ziel, ihr Nachdenken über politisch-wirtschaftliche Strukturen und das eigene Verhalten zu fördern sowie Verhaltensänderungen zu bewirken. Es soll Angebote geben, die allgemein frei beworben werden, aber auch Maßnahmen, die direkt über Schulen, Jugendorganisationen, Universitäten bzw. Einrichtungen und Organisationen der Seniorenarbeit bestimmte Altersgruppen (Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene bzw. Senior*innen) ansprechen. Diese Zielgruppen sind grundsätzlich alle von der beschriebenen Situation bzw. Herausforderung in gleicher Weise betroffen. Wir wollen in einzelnen Veranstaltungen auch verantwortliche und engagierte Menschen in Kommunen ansprechen für Projekte des Fairen Handels.

Lolli Tree

Shopping Mall

Labelling Fairtrade Bananas from Ghana

Unsere Filmvorschläge zum Thema "Wir kaufen ein - weltweit!" haben wir in einer thematisch gegliederten Broschüre zusammengestellt, die Sie online lesen oder sich ausdrucken lassen können.


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Tipp: Mit dem Schlagwort "Entwickungspolitik" finden Sie alle Filme des Projekts.

Das Projekt wird gefördert durch das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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